19. Mai 2024

Ein Bleistift ohne Blei und jetzt auch noch mit und ohne Glanz …

Ein Bleistift stellt nicht nur die bekannteste Mogelpackung der Geschichte dar, sondern existiert jetzt auch noch mit neuer Minenmischung, sodass er nicht mehr auf dem Papier glänzt. Doch dazu später mehr …

Am Montag, 23.10.2023, besuchten die Klassen 8a und 8b den wohl bedeutendsten Hersteller der Holzstifte, das Familienunternehmen Faber-Castell in Stein bei Nürnberg, welches erfolgreich mittlerweile in der 9. Generation betrieben wird. Unsere Schülerinnen und Schüler erfuhren im Rahmen dieser Exkursion etwas über die Geschichte der Bleistiftmine und durften sich die gesamte Produktion holzgefasster Schreibutensilien aus der Nähe ansehen.

Im Museum "Alte Mine" von Faber-Castell
Verschiedene Arten von Bleistiftminen (Faber-Castell)

Und auch die Geschichte der Bleistiftmine und den „Betrug“, der damit verbunden ist, konnten die Achtklässler auf den Grund gehen: In einer Bleistiftmine befand sich noch nie Blei! Es war schon immer eine dem Härtegrad entsprechende Mischung aus
Ton und Graphit, welche zuerst zu einer homogenen Masse verknetet und anschließend in „Spaghettiform“ gepresst und dann bei 1000° im Ofen gebrannt wird – je nach Härtegrad etwas härter oder weicher.

Seit einem Jahr gibt es ihn auch noch in einer ganz neuen Mischung, sodass er auf dem Papier nicht mehr glänzt und sich mit dem Finger leichter verreiben lässt (für die Künstler unter uns).

Im eigenen Museum der Firma Faber-Castell machten wir uns anhand von original erhaltenen historischen Produktionsmaschinen ein Bild über den Produktionsprozess von vor über 100 Jahren. Dabei ließen es sich einige Schülerinnen und Schüler nicht entgehen, diese aus nächster Nähe anzusehen, inklusive dem damit verbundenen Graphit auf den Händen und teils auch dem Gesicht.

Historische Produktionsmaschinen können bei Faber-Castell besichtigt werden.
Und Werkzeuge von früher. (Faber-Castell)

Wir durften ebenfalls die voll automatisierte Stiftproduktion von heute besichtigen und verfolgten die einzelnen Produktionsschritte vom Holzbrett aus Zedern- bzw. Pinienholz bis zum fertigen Blei- bzw. Buntstift, von welchen über 120 verschiedene Farben von Faber-Castell produziert werden. Auch das Geheimnis, wie die Punkte auf die Stifte kommen, konnte gelüftet werden. Nach dem dreistündigen Rundgang blieb noch genügend Zeit, um offene Fragen zu klären.

Als Erinnerung an diesen Tag erhielt jeder Schüler ein kleines „stiftiges“ Geschenk, bevor zum Abschluss der Betriebsbesichtigung noch der Firmenshop gestürmt werden konnte.

Irmgard Schreiber, Sebastian Leßner und Jens Kögler