Von Judensternen, Ausgrenzungen und Corona-Leugnern: zum Antisemitismus – Workshop der Jahrgangsstufe 9

„Mein Name ist Dr. Traxler aus Berlin…aber wir können gerne Du sagen. Ich bin dann also der Rüdiger.“ Diese Begrüßung erwartete die Schülerinnen und Schüler in je einer 9. Klasse morgens in der ersten Stunde, die jeweils am 01./02./03.12.2020 an einem Workshop zum Thema Antisemitismus teilnehmen durften. Vorbereitet von den Lehrkräften für Evangelische und Katholische Religionslehre, Pfarrer Thomas Schmidt und Frau Christina Mildner, setzten sich unsere 9. Klassen mit dem durchaus sensiblen und leider auch wieder sehr aktuellen Thema „Antisemitismus“ auseinander. Begleitet wurden die Klassen, welche jeweils an einem Vormittag an diesem Thema arbeiteten, durch die Klassenleitungen Frau Dr. Zimmermann, Herr Schreiber und Frau Hoffmann.

Dr. Traxler vom Verein „Deutsche Gesellschaft e.V.“ kam trotz Corona-Pandemie aus Berlin angereist, um mit den Schülerinnen und Schülern innerhalb des Workshops persönlich von Angesicht zu Angesicht unter den in Bayern und an der JES gültigen Hygienestandards arbeiten zu können. Nach einem Brainstorming mit den Anfangsbuchstaben der Schülernamen verknüpft mit Begriffen zum Antisemitismus, teilten sich die Schüler in Gruppen ein. Diese arbeiteten Plakate und Kurzpräsentationen anhand diverser durch Dr. Traxler gestellten Materialien aus, welche dann am Ende des Workshops präsentiert werden sollten. Die Themenbereiche begannen mit der Situation der Juden im Mittelalter, gingen über die Veränderungen im 19. Jahrhundert hin zu den Denkweisen von Houston Steward Chamberlain und der Ausgrenzung eines jüdischen Schülers Ende der 1930er Jahre und Verfolgung durch den Nationalsozialismus. Eine Gruppe schloss mit dem spannenden Thema des Antisemitismus in unserer Gesellschaft heute ab, in welchem Corona-Leugner, Impfgegner und Deutschrapper eine Rolle spielten. Die Schüler bekamen auf diese Weise einen bleibenden Einblick in das Thema Antisemitismus und dessen Unterschiede bzw. Verknüpfungen zum Rassismus aufgezeigt. Durch gezielte Fragestellungen und Diskussionsanlässe ließ Dr. Traxler den Workshop zu einem gewinnbringenden Erlebnis für die Schülerinnen und Schüler werden.

Am Ende der jeweiligen Workshoptage überreichten die Klassenleitung stellvertretend für die Klassen und die ganze JES-Familie ein kleines Dankeschön in Form eines persönlichen Dankeschreibens, unterschrieben von den Schülern der Klassen und der Klassenleitung selbst, sowie einer Schachtel Pralinen für die lange Heimfahrt nach Berlin. Ganz herzlichen Dank an Dr. Rüdiger Traxler für sein Engagement!

Stefan Schreiber